1693
             Die Geschichte der Grundschule Middels
1693 40 Kinder besuchten die einklassige Schule in Osterloog
1695 In einem Beschwerdebrief des Magisters Augustus Günther aus Middels an Herrn Henrio Avemann, hochfürstlicher, ostfriesischer, geheimer Rat und Vizekanzler zu Aurich, geschrieben am 7. Februar 1695, beschwerte sich dieser über die Konkurrenz einer Winkelschule zu Middels.

                                            

1717 wurde eine kleine Schule aus Lehmwänden mit Strohdach gegenüber dem Glockenturm (jetzt Parkplatz vor der Friedhofskapelle) gebaut. Michel Johansen, geb. 1656 in Middels unterrichtete dort von 1705 bis 1744.

1748 Anlässlich des Glockenumgusses brannte das Schulhaus nieder. Nach dem Brand kaufte man ein Warfsmannhaus in Westerloog, brach es ab und baute es auf der Brandstelle wieder auf. Es enthielt außer Stall und Scheune eine Küche und eine lange schmale Kammer zum Schulehalten. Die Schulstube hatte eine Fläche von 42 qm für 103 Kinder. Wegen der drückenden Luft im Raum musste die Tür immer geöffnet bleiben. Nach vielen Ermahnungen der vorgesetzten Behörde in Aurich, die Schule zu vergrößern, entschloss man sich endlich 1860 zu einem Neubau.
1861 Neubau einer 2-klassigen Schule (52 qm und 31 qm) südlich neben der Kirche (jetzt Linden umstandener Kirchplatz).

Schon bald drängte die Obrigkeit auf Vergrößerung der Schule für die 198 Kinder. Darauf erwiderte der Schulvorstand, dass die Schulräume tatsächlich ausreichten, da zu keiner Zeit ein vollständiger Schulbesuch erwartet werde, vielmehr wegen Krankheit, schlechter Wege usw. mit einem fortwährenden Ausfall zu rechnen sei. In einem neuen Bescheid der Obrigkeit musste der Schulvorstand wegen des mangelhaften Schulbesuchs eine Rüge einstecken.

1882 Erweiterung der Schule um 9 Meter.
1896 Umbau zu einer dreiklassigen Schule

1938 Neubau einer dreiklassigen Schule mit Lehreroberwohnung am jetzigen Schulstandort (36.630,-- RM)

1958 Neubau von 2 Lehrerwohnhäusern neben der Schule.

1965 Für über 500.000 DM wurde ein 5-klassiger Schulneubau erstellt.

1975 Die Schule Middels wird zu einer zweizügigen Grundschule mit        2 Vorklassen. Die älteren Schüler besuchen die Schulen in Aurich.
1981 Neubau einer 18 x 36 m großen Sporthalle für 1,7 Mio. DM

Schulleiter der Schulen in Middels

  1. Augustus Günther  Magister 1687-1705

  2. Michel Johansen Hauptlehrer und Küster 1705-1744

  3. Johann Willms Hauptlehrer und Küster  1744-1751

  4. Andreas Stecker Hauptlehrer und Küster 1752-1783

  5. Andreas Goldenstein Hauptlehrer, Küster und Organist 1783-1828

  6. Hinrich Buse Hauptlehrer, Küster und Organist 1829-1883

  7. Habbe Fr. Focken Hauptlehrer, Küster und Organist 1883-1917

  8. Gerhard Hillerns Hauptlehrer, Küster und Organist 1918-1936

  9. Brunhard Brunken Hauptlehrer 1937-1949

10. Ernst Brüssow Hauptlehrer 1949-1958

11. Walter Schöne Rektor 1958-1975

12. Georg Milz Rektor 1975-2004

Die Lehrer waren auch Küster

 

 Bis 1862 gab es in Middels immer nur einen Lehrer, obwohl die Kinderzahl bereits auf 150 gestiegen war.

 Der Lehrer war vom königlichen Consitorium als Schulmeister und Küster eingestellt. Er hatte bis 1880

 noch keine seminaristische Vorbildung. Der Bewerber musste sich einer Prüfung unterziehen,

 die in der Kirche vor versammelter Gemeinde ablief. Es wurde vor allem geprüft, ob er sich in der Bibel

 und im Katechismus auskannte, und ob er gut singen konnte.

 Nach 1780 musste er sich dazu noch als Organist ausweisen. Sein Einkommen bestand lt. Chronik aus:

 1. der Nutzung von Grundstücken

 2. dem Bezug von Geld und Naturalprästationen

 3. dem Einkommen von Accidenzien und Gebühren.

 Es war nicht zu unterscheiden, was er als Lehrer, als Küster oder als Organist verdiente. Er unterstand in

 allen Dingen dem Pastoren und  dem Kirchenvorstand. Die Ländereien waren zum Teil noch 1880 Heidfeld.

 Als Lehrer Focken 1883 seinen Dienst antrat, konnte er nur  zwei Kühe halten. 1890 waren es schon vier Kühe,

 nachdem er ohne gemeindliche Hilfe seine Ländereien verbessert hatte.

 Die unter 2. angeführten Einnahmen erhielt der Lehrer als Kirchendiener (Küster). Von jedem Hause

 (mit Ausnahme der Schäferei in Spekendorf, die fürstliches Eigentum war) waren jährlich um Michaelis

 ein Scheffel Roggen alten Auricher Maßes zu entrichten.

 Es waren dies in Westerloog 79, in Osterloog 30, in Ogenbargen 34 Häuser um die Jahrhundertwende 1900.

 Auch für Gebäude, die längst abgerissen waren, blieb der Scheffel Roggen bestehen. Durch Fallen und Steigen

 des Roggenpreises war es keine sichere Einnahme.

 Am Lieferungstage hatte - lt. Anordnung - der Lehrer eine halbe Tonne Michaelisbier bereitzustellen.

 Die Einnahme unter 3. war die bedeutendste: Es betraf das Schulgeld, das die Eltern zu entrichten hatten.

 Ein Leseschüler zahlte wöchentlich 10 Pfennig (48 Wochen im Jahr), ein Schreib- und Rechenschüler 12 Pfennig.

 Da gewöhnlich alle Kinder am Lese-, Schreib- und Rechenunterricht teilnahmen, rechnete der Lehrer für die

 Unterstufe 10 Pfennig, für Mittel- und Oberstufe 12 Pfennig.

 Von 1862 bis 1883 hatte der Lehrer in Middels einen Gehilfen zur Seite. Es war ein aufgeweckter Schulentlassener,

 der einmal Lehrer werden wollte.

 Der Lehrer musste ihm Kost, Logis und Weiterbildung gewähren und ihm 30 RM im Jahr auszahlen.

 Die Lehrer-Küster waren auf Lebenszeit angestellt. Lehrer Buse brachte die Gemeinde in Verlegenheit.

 Er war 1829 dreiundzwanzigjährig eingestellt worden. Er hatte nie wegen Krankheit gefehlt.

 1883 musste er zwangspensioniert werden. Die Schülerzahl war auf über 180 gestiegen,

 so dass ein fruchtbarer Unterricht durch den fast Achtzigjährigen und seinen jungen Gehilfen

 nicht mehr gewährleistet war. Aber wer sollte ihn weiterbezahlen? Die Gesamteinnahme wurde

 mit jährlich 1760 RM errechnet. Man beschloss: Die Schulgemeinde zahle 760 RM und

 der Nachfolger 1000 RM jährlich. Der Nachfolger Focken willigte ein. Hätte er geahnt, dass sein Vorgänger

 noch 12 Jahre leben würde, dann hätte er voraussichtlich auf die Middelser Schulstelle verzichtet.

 Die Hilfe kam Focken von einer anderen Seite. Nachdem er 3 Jahre lang

 seinem Vorgänger die 1000 RM gezahlt hatte, trat durch Königliche Verfügung das Lehrer-Pensionsgesetz in Kraft,

 das Focken von den Zahlungen an seinen Vorgänger enthob. Ab 1893 übernahm die Regierung das ganze Ruhegehalt.

 Erst 1923 wurde die Trennung von Kirche und Schule angeordnet und die kirchliche Lokalschulinspektion aufgehoben.

 Eine Trennung von Kirchen- und Schulkasse hatte bereits 1851 stattgefunden

 und einem Schulvorstand die Belange der Schule aufgetragen.

 Bis 1884 mussten die Schulkinder die Schule sauber halten. Bis in die 20-er Jahre hinein lieferten die Eltern

 der Schulkinder den Torf.

 Für das Anheizen der Schulöfen durfte der Hauptlehrer für seinen Haushalt seinen Bedarf davon mitverbrauchen.

 Geschichte der Schule in Langefeld

  

 Bis 1807 mussten die schulpflichtigen Kinder aus Langefeld die Schule in Middels besuchen.

1807

Bau einer einklassigen Schule in der Dorfmitte an der Südseite des Postweges

1912

Neubau einer einer einklassigen Schule

1925

 

 

 

 

 

Anbau eines zweiten Klassenraumes

Im Inneren der Klassenräume stand ein mächtiger Eisenofen. Das Heizmaterial brachten bis in die 40-er Jahre

die Schüler mit. Dafür, dass die Lehrerfrau den Ofen morgens anheizte, durfte der Lehrer seinen

eigenen Brennstoff dem Bedarf für die Schulräume entnehmen.

An dunklen Tagen verbreitete die Petroleumlampe ihr Licht. Als Langfeld an das elektrische Versorgungsnetz

angeschlossen wurde, erhielt auch das Schulhaus elektrisches Licht (13. Februar 1935).

1973

wurde die Volksschule Langefeld geschlossen und das Gebäude als Sozialwohnung umgebaut.

 1. Lehrer in Langefeld

 Ein Prediger

1807 - ?

 Jan Bruns "Ruup"

18 ? - 27

 Lübbe Harms Hikken

1827-57

 Marten Thomßen Willms

1857-75

 L. F. Bohlen

1875

 Eilert Sedem Schaumburg

1875-91

 Hinrikus van Düllen

1891-01

 Oskar Büchner

1901-

 Oltmann Haaren

- 03

 Andreas Frühling

1904-07

 Heinrich Siemer

1907-09

 Siegfried Focken

1909-31

 Otto Dirks

1931-61

 Fräulein Schmidt

1939-41

 Gerhard Dolezol (1956)

1961-66

 Geschichte der Schule in Spekendorf

Bis 1926 gingen die Spekendorfer Kinder zur Volksschule Middels.

1926

 

 Die Gastwirtschaft "Zur grünen Hoffnung" wurde zu einer einklassigen    

 Schule für 33 Kinder mit Lehrerwohnung umgebaut.

1950

 Die Scheune der alten Schule wurde zu einem 2. Klassenraum ausgebaut.

1970

 

 Die Spekendorfer Schule verlor ihre Selbständigkeit.

 Bis 1973 wurde das Schulgebäude von der Volksschule Middels genutzt.

1973

 Spielkreis "Liliput" bis 2000

 1. Lehrer der Spekendorfer Schule

 Heinrich Hinrichs

1927-30

 Johann Brokate

1930-37

 Erik Roeloffs

1937-50

 Hermann Gerdes

1950-70

 

     Schule früher (vor 1950)

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